Geschäftsidee mit ChatGPT entwickeln — und richtig prüfen
Kurz beantwortet
ChatGPT eignet sich zum Sammeln und Strukturieren von Ideen, ersetzt aber weder Marktdaten noch Gespräche mit echten Kunden. Prüfen Sie jede Aussage der KI an Quellen und an eigenen Daten, bevor Sie Geld einsetzen.
Wofür KI bei der Ideenfindung taugt
KI-Chatbots wie ChatGPT taugen für Aufgaben, bei denen Sie das Ergebnis selbst beurteilen können. Das ist unsere Einschätzung und kein Messwert. In der Ideenfindung trifft das auf vier Aufgaben zu, die die Liste unten nennt.
Nicht geeignet ist KI als Beleg. Das BSI schreibt auf seiner Verbraucherseite: „Eine KI-Anwendung kann sich irren.“ Die Verbraucherzentrale stuft Chatbot-Antworten nicht als verlässliche Quelle oder professionelle Beratung ein. Behandeln Sie jede Ausgabe deshalb als Entwurf.
Marktdaten und Kundengespräche ersetzt ein Chatbot nicht. Die Gründerplattform nennt Gespräche mit möglichen Kundinnen und Kunden einen guten Ausgangspunkt. Sie hält fest: „Worte sind weniger beweiskräftig als Taten.“ Sinngemäß gilt das auch für Antworten einer KI. Sie sind Worte, keine Handlungen von Kunden.
- Sammeln: Sie erhalten in kurzer Zeit viele Kandidaten für Produkte, Zielgruppen oder Nischen. Sie wählen aus und streichen selbst.
- Strukturieren: Aus ungeordneten Gedanken werden Kriterien, Annahmen und offene Fragen, die Sie nacheinander abarbeiten.
- Perspektive wechseln: Die KI übernimmt die Rolle einer kritischen Beraterin oder eines skeptischen Kunden und nennt Einwände, an die Sie nicht gedacht haben.
- Fragen formulieren: Sie lassen sich Interviewfragen, Prüfpunkte und Suchbegriffe vorschlagen, mit denen Sie danach selbst recherchieren.
Prompt-Vorlagen für die Ideenfindung
Die sechs Vorlagen bauen aufeinander auf. Ersetzen Sie die Teile in eckigen Klammern durch Ihre Angaben. Jede Vorlage fordert die KI auf, Annahmen zu kennzeichnen und keine Zahlen ohne Quelle zu nennen. Ob sie sich daran hält, müssen Sie selbst kontrollieren.
Geben Sie keine Namen, Kontaktdaten oder vertraulichen Unterlagen ein. Was dazu zählt, steht in den häufigen Fragen weiter unten. Das Ergebnis jeder Vorlage ist ein Arbeitsstand und kein Befund. Antworten können variieren, wie Google es für seine KI-Funktionen beschreibt.
- Ideen sammeln. Prompt: „Ich interessiere mich für [Themenfeld]. Meine mögliche Zielgruppe ist [Beschreibung]. Nenne 15 Ideen für ein Online-Angebot in Deutschland und gruppiere sie nach dem Problem, das sie lösen. Kennzeichne Annahmen als Annahmen. Nenne keine Zahlen ohne Quelle.“ Wofür: Sie erhalten eine Kandidatenliste. Streichen Sie, was nicht zu Ihnen passt, und behalten Sie nur wenige Kandidaten.
- Idee in einem Satz fassen. Prompt: „Meine Idee: [Idee in zwei bis drei Sätzen]. Formuliere sie nach dem Muster: Wir helfen [Zielgruppe] bei [Problem], indem wir [Lösung] anbieten. Nenne drei Stellen, an denen meine Beschreibung unklar ist.“ Wofür: Sie sehen, ob Sie Zielgruppe, Problem und Lösung klar benennen können. Gelingt der Satz nicht, ist die Idee noch nicht reif für Vorlage 3.
- Annahmen aufdecken. Prompt: „Welche Annahmen müssen stimmen, damit [Idee] funktioniert? Gliedere nach Kundenproblem, Preis, Kosten, Bezugsquelle, Werbung und Recht. Ordne sie nach Risiko. Schlage zu jeder Annahme vor, woran ich sie mit echten Daten prüfen kann.“ Wofür: Die Antwort ist Ihre Prüfliste. Jede Annahme prüfen Sie danach selbst, nicht die KI.
- Kundenfragen vorbereiten. Prompt: „Schreibe zehn offene Fragen für Gespräche mit möglichen Kundinnen und Kunden von [Idee]. Die Fragen sollen das Problem und die heutige Lösung erkunden. Keine Suggestivfragen und keine Frage, die meine Idee bewertet.“ Wofür: Sie gehen mit einem Gesprächsleitfaden in echte Gespräche. Diese Gespräche führen Sie selbst.
- Einwände sammeln. Prompt: „Nimm die Rolle einer kritischen Gründungsberaterin ein. Nenne die zehn stärksten Gründe, warum [Idee] scheitern könnte. Trenne Gründe, die ich mit Daten prüfen kann, von bloßen Meinungen.“ Wofür: Sie finden Schwachstellen, bevor Geld fließt. Übernehmen Sie nur Einwände, die sich prüfen lassen.
- Recherche planen. Prompt: „Welche Arten von Quellen und welche Suchbegriffe sollte ich nutzen, um Nachfrage, Wettbewerb und rechtliche Pflichten für [Idee] in Deutschland einzuschätzen? Nenne Quellenarten und Suchbegriffe, keine Zahlen.“ Wofür: Die KI liefert den Suchplan, Sie liefern die Daten. Öffnen Sie jede genannte Quelle selbst.
Wo KI-Antworten in die Irre führen
Mehrere Stellen, darunter Behörden und Verbraucherschützer, nennen dieselben Schwachstellen. Wir geben hier nur wieder, was die geöffneten Seiten sagen. Die Tabelle ordnet jede Aussage Ihrer Ideenfindung zu.
| Schwachstelle | Aussage der Quelle | Ihre Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Erfundene Inhalte | BSI: „Stattdessen erfindet die KI oftmals Inhalte – sie ‚halluziniert‘.“ | Jede Tatsachenbehauptung in einer unabhängigen Quelle nachprüfen. Aussagen, die Sie nicht finden, streichen Sie. |
| Falsche oder nicht aktuelle Antworten | BSI: Antworten sind „schlichtweg falsch oder zum Beispiel nicht aktuell“. Die Hamburger Checkliste nennt Halluzinationen und veraltete Informationsstände. | Das Datum jeder Quelle prüfen. Preise, Vorschriften und Wettbewerber auf den Originalseiten nachsehen. |
| Keine Prüfung auf Richtigkeit | Verbraucherzentrale: „Die Daten werden nicht auf Richtigkeit geprüft.“ Antworten können „ungenau, unvollständig oder unangemessen“ sein. | Antworten als Hypothese behandeln. Belege einholen, bevor eine Aussage in Rechnung oder Plan eingeht. |
| Zu großes Vertrauen | BSI nennt als Risiko, dass „ein zu großes Vertrauen in die Aussagen der KI-Anwendung“ entsteht. | Wichtige Antworten über zuverlässige, unabhängige Quellen gegenprüfen, wie es das BSI empfiehlt. |
Zahlen verdienen besondere Vorsicht. Prozentwerte, Marktgrößen und Margen wirken genau, auch wenn sie nicht belegt sind. Unsere Regel: Eine Zahl zählt erst als Fakt, wenn Sie die Quelle selbst geöffnet haben. Bis dahin ist sie eine Annahme.
Ihre Einzelheiten kennt die KI nur, soweit Sie diese nennen. Eine Antwort auf eine allgemeine Frage ist eine allgemeine Antwort. Ihre Marge, Ihren Lieferanten und Ihre Zielgruppe berücksichtigt sie nicht von selbst.
KI-Ergebnisse mit echten Daten prüfen
Sortieren Sie jede Aussage der KI in drei Fächer. Fach 1 sind Fakten, die sich belegen lassen, etwa ein Gesetz oder ein Preis. Fach 2 sind Annahmen, die Sie mit Daten oder Gesprächen testen müssen. Fach 3 sind Meinungen und Ideen, die Sie nutzen oder verwerfen dürfen.
Erst was Ihre eigene Prüfung bestanden hat, gehört in Ihren Plan. Die Checkliste unten hilft dabei. Wie Sie Nachfrage, Marge und Zahlungsbereitschaft im Einzelnen prüfen, steht im Ratgeber „Geschäftsidee prüfen“. Wir wiederholen das hier nicht.
- Quelle geöffnet: Rufen Sie jede genannte Quelle selbst auf. Steht die Aussage dort nicht, streichen Sie sie.
- Datum geprüft: Wann wurde die Quelle zuletzt aktualisiert? Bei Preisen und Vorschriften zählt der aktuelle Stand.
- Zahlen nachgerechnet: Rechnen Sie jede Zahl mit Ihren eigenen Werten nach. Eine Zahl ohne Quelle bleibt eine Annahme.
- Wettbewerb selbst gesehen: Besuchen Sie die genannten Anbieter. Gibt es sie, und bieten sie an, was die KI behauptet?
- Nachfrage gemessen: Nutzen Sie Suchdaten und Kaufspuren aus eigenen Quellen statt der Chat-Antwort.
- Mit echten Menschen gesprochen: Führen Sie Gespräche mit Fremden aus Ihrer Zielgruppe. Beobachten Sie, was Menschen tun, nicht nur, was sie sagen.
- Rechtsfragen an der amtlichen Quelle geklärt: Lesen Sie Gesetze auf gesetze-im-internet.de oder fragen Sie Ihre IHK, nicht den Chat.
- Name und Kennzeichen recherchiert: Durchsuchen Sie Markenregister und Internet, bevor Sie einen KI-Vorschlag für Name oder Logo verwenden.
- Ergebnis dokumentiert: Notieren Sie je Aussage die Quelle, das Datum und Ihr Urteil.
Wovon es abhängt, ob KI-Antworten Anbieter nennen
Wer eine Kaufentscheidung vorbereitet, kann einem KI-System auch die Frage stellen, welcher Anbieter zu seinem Vorhaben passt. In solchen Antworten können Anbieter und Marken genannt werden. Das betrifft später auch Ihre eigene Marke.
Wie ein System dabei vorgeht, hängt vom System ab. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass Chatbots für aktuelle Informationen eine Websuche nutzen können. Google erklärt für seine KI-Funktionen, dass Antworten und Links variieren. Für die Anzeige gibt es laut Google keine zusätzlichen Anforderungen über die üblichen Suchanforderungen hinaus. Indexierung und Bereitstellung sind dort ausdrücklich nicht zugesichert.
Beeinflussen können Sie den Inhalt Ihrer eigenen Seite. Google nennt die üblichen Grundlagen: crawlbare Seiten, Kerninhalte als Text, hilfreiche Inhalte und strukturierte Daten, die zum sichtbaren Text passen. Spezielle KI-Dateien oder neues Markup verlangt Google für diese Funktionen nicht.
Unsere Einschätzung, ohne amtliche Quelle: Erwähnungen auf anderen Seiten, etwa in Verzeichnissen oder Fachartikeln, können ebenfalls eine Rolle spielen. Wie stark, wissen wir nicht.
GEO und AEO sind bei ADSVON in allen Paketen enthalten, also die Arbeit an der Sichtbarkeit in KI-Antworten. Eine Garantie, dass ein KI-System ein Unternehmen nennt, gibt es nicht, auch nicht für uns selbst. Grundlagen erklärt der Blogartikel „Was ist GEO?“. Das Angebot steht auf der Leistungsseite GEO & AEO.
Umgekehrt gilt: Nennt Ihnen ein KI-System einen Anbieter, behandeln Sie das wie jede andere Empfehlung. Das gilt auch für uns. Prüfen Sie den Anbieter mit der Prüfliste aus dem Ratgeber zu unseriösen Online-Business-Angeboten.
Weiter zur Ideenprüfung
Nehmen Sie die Annahmenliste aus Vorlage 3 und die Fragen aus Vorlage 4. Damit starten Sie den Ratgeber „Geschäftsidee prüfen“. Er enthält sechs Prüfschritte mit Schwellen und Abbruchkriterien. Dort entscheidet sich, ob die Idee trägt, nicht im Chat.
Haben Sie noch keine Idee, hilft der Ratgeber „Geschäftsidee finden“. Haben Sie bereits Angebote mit hohen Verdienstversprechen erhalten, lesen Sie zuerst „Unseriöse Online-Business-Angebote erkennen“.
Läuft Ihr Unternehmen bereits, können Sie in der kostenlosen Erstberatung klären, wie GEO und AEO dort einzuordnen sind. Die Konditionen legt das schriftliche Angebot nach der kostenlosen Erstberatung fest (AGB § 2). Alle Schritte auf dieser Seite können Sie auch ohne uns gehen.
Wichtige Hinweise zu diesem Ratgeber
Was wir nicht versprechen
Diese Seite sagt nicht voraus, dass eine mit KI entwickelte Idee Umsatz oder Gewinn bringt. Auch eine Zusammenarbeit mit ADSVON begründet keine Zusage zu Umsatz, Platzierungen oder Nennungen in KI-Antworten.
Risiko
KI-Antworten können falsch, erfunden oder veraltet sein. Verlassen Sie sich auf eine ungeprüfte KI-Antwort, kann ein Einkauf oder eine Anzeige Geld kosten, das nicht zurückkommt. Planen Sie nur Beträge ein, die Sie im schlechtesten Fall verkraften.
Für wen / Für wen nicht
Für wen
Für Menschen, die mit KI-Chatbots Ideen sammeln und ordnen wollen und bereit sind, jedes Ergebnis mit echten Daten zu prüfen.
Für wen nicht
Nicht für alle, die von der KI eine fertige, abgesicherte Geschäftsidee oder einen Erfolgsplan erwarten. Auch nicht für Vorhaben, die eine rechtliche Einzelfallprüfung brauchen.
Orientierung, keine Rechtsberatung
Die KI-Hinweise dieser Seite geben Orientierung. Sie ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Fragen zu Marken, Datenschutz und Verträgen klären Sie bitte mit fachkundiger Beratung, etwa einer Fachanwältin, einem Fachanwalt oder Ihrer IHK.